Schlagwort-Archiv: Griechenland

Europa. Anders. Machen. Ein Aufruf zur Demo am 20.6. in Berlin.

Die Flüchtlingskrise an Europas Grenzen, die Austeritätspolitik in den europäischen Staaten, die Diskussion über den eventuellen Austritt Griechenlands aus dem Euro zeigen deutlich, dass  die europäische Union sich in einer massiven Krisensituation befindet. Klar ist: es sind dringend Veränderungen nötig, um Europa eine sozial gerechte, humane Zukunft zu geben.

Deshalb ruft ein breites überparteiliches Bündnis von Aktivisten unter dem Titel Europa. Anders. Machen.  am 20. Juni 2015 zu einer Demonstration in Berlin auf. Treffpunkt ist um 13 Uhr am Oranienplatz, von dort zieht die Demonstration dann zum Brandenburger Tor, wo die Abschlusskundgebung stattfindet.

Ich unterstütze diese Demonstration und bitte deshalb alle, die für ein menschenwürdiges Europa auf die Straße gehen möchten, am 20. Juni nach Berlin zu kommen.

Attac NRW hat zur Unterstützung der Demonstration einen Busservice eingerichtet. Der „Ruhrbus“ hat folgende Abfahrzeiten&-orte:

5:00 Uhr Duisburg HBf (Busparkplatz nh. Haupteingang)
5:00 Uhr Essen ZOB (Südausgang HBf)
6:00 Uhr Bochum Busbhf (Nordausgang HBf)
6:30 Uhr Dortmund ZOB (Nordausgang HBf)(ggf. 7.30h Bielefeld Haltestelle Stieghorst, wenn Interesse besteht)

Zurück geht es ab Berlin (Nähe Brandenburger Tor) um 22 Uhr  nach dem Konzert, am Sonntagfrüh ist der Bus zurück im Ruhrgebiet.

Die Mitfahrt kostet 35 Euro bzw 20 ermäßigt. Kontakt für Anmeldungen (mit Name oder Spitzname) und Nachfragen: duesseldorf@attac.de – da die Plätze begrenzt sind, meldet euch bitte möglichst schnell an.

 

Griechenlandflagge

Neue Spielrunde im Grexit-Poker: Die Troika ist tot, es lebe die Troika

Die griechische Reformliste ist in Brüssel angekommen! Die griechische Regierung legte die Liste mit Reformmaßnahmen vor, die nun von der Troika aus EU-Kommission, EZB und IWF (neuerdings auch die „Institutionen“ genannt) bewertet wird. Anscheinend wurde ein erster Entwurf auf Drängen Brüssels noch nachbearbeitet. Der fristgerechte Eingang der Liste wurde seitens der Kommission bestätigt.

In typischer Eurokratensprache hat sich die Kommission grundsätzlich positiv zum Griechen-Papier geäußert: „Es ist ausreichend umfangreich, um als valider Ausgangspunkt für einen erfolgreichen Abschluss des Bewertungsprozesses angesehen zu werden“.

Stimmt die Eurogruppe den Reformvorschlägen Athens zu, kann das Samstag auslaufende Griechenland-Programm (in Form von Krediten des EFSF und des IWF) um weitere vier Monate verlängert werden. Davor müssen auch noch die Voten der Parlamente Deutschlands, Finnlands, der Niederlande und Estlands eingeholt werden. Der Bundestag wird an diesem Freitag die Programmverlängerung durchwinken.

Zum jetzigen Zeitpunkt ist klar: Die Liste ist größtenteils ein Eingeständnis an die Position der Troika. Zwar sollen wohl Mindestlohn und Zuschüsse für ärmere Rentner leicht angehoben werden, dennoch basieren auch die „angepassten“ Reformen auf den Verpflichtungen des bisherigen Sparprogramms. Insbesondere soll an den Privatisierungsbestrebungen festgehalten werden.

Am Ende ging alles schneller als ich dachte. Nach dem gescheiterten Eurogruppen-Treffen sah es noch nach einem langen Pokerspiel aus. Aber mit der überraschenden Einigung in den Verhandlungen mit Spar-Guru Wolfgang Schäuble vom letzten Freitag sind die Griechen endgültig vor der Troika eingeknickt.

Die Troika ist tot, es lebe die Troika …

Einladung zu Film und Diskussionsrunde „Wer rettet Wen?“

Ich leite Euch gerne diese Einladung zu einem Filmabend weiter:

„Die neue griechische Regierung will nicht mehr die Troika-Konditionen erfüllen, um das Land vor der Pleite zu retten. Ist es möglich dass ein Land die ganze EU ruiniert? Oder haben die Griechen möglicherweise doch recht? Der Film “Wer rettet Wen?” von Leslie Franke und Herdolor Lorenz beantwortet diese Fragen. Er wird am 20.02.2015 und am 21.02.2015 jeweils um 19.00 Uhr im Cafe So-Fa, Goebenstrasse 94, 47169 Duisburg, gezeigt.

Über 240 Milliarden Euro sind bisher in die Rettung Griechenlands geflossen. Für dieses Geld bürgen die Steuerzahler der Europäischen Union. Jetzt soll das alles umsonst gewesen sein und die Bürgschaften kommen zum Tragen, weil die griechische Regierung sich nicht an die Vereinbarungen halten will?

Unverschämt!? Oder vielleicht doch nicht? Von den 240 Milliarden ist kein Cent jemals bei den Griechen angekommen! Warum also sollen sie weiter sparen, um Banken in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und den USA reich zu machen?

Hintergründe dazu zeigt der Film “Wer rettet Wen?”. Wer diesen Film gesehen hat, kann den Weg der Griechen besser verstehen und vielleicht sogar unterstützen. Wir EU-Bürger sind alle auf Rettungsschirme hereingefallen, die nur den Banken dienten – finanziert durch Abbau von Sozialer Sicherheit und Demokratie in Europa.

Eintrittskarten zum Preis von 10,00 € sind unter Telefon 0203-5090895 zu erhalten oder an der Abendkasse (im Eintrittspreis sind Getränke des Abends enthalten).“

 

Grexit-Poker geht weiter

Eurogruppen-Meeting gescheitert – die Dinge nehmen ihren erwarteten Lauf

Das Meeting der Euro-Gruppe ist, wie zu erwarten war, nicht mit einem positiven Ergebnis zu Ende gegangen. Vor dem morgigen Treffen der EZB, bei dem über die weitere Vorgehensweise in Sachen Notfall-Liquiditätshilfen für die griechische Notenbank entschieden werden soll, wird daher weiter gepokert.

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Nach der Eurogruppensitzung wird weiter über einen Grexit spekuliert.

Im Rahmen einer Pressekonferenz am Rande der Euro-Gruppensitzung gab Griechenlands Finanzminister Yanis Varoufakis gestern bekannt, EU-Kommissar Pierre Moscovici hätte ihm einen auf Basis einer Initiative des EU-Kommissionspräsidenten Juncker beruhenden Entwurf vorgelegt, den Griechenland gerne unterzeichnet hätte. In diesem Entwurf wurden einige der griechischen Forderungen, wie z.B. die Anerkennung der humanitären Krise, welche die bisherige Austeritätspolitik im Lande ausgelöst hat, ausdrücklich anerkannt.

Der Euro-Gruppenvorsitzende Dijsselbloem zog diesen Entwurf jedoch zurück, legte später einen veränderten Entwurf vor, von dem klar sein musste, dass Griechenland ihn nicht würde akzeptieren können. Der Verdacht steht im Raum, dass dies auch auf Initiative des deutschen Finanzministers Schäuble zurück geht.

Varoufakis sagte in seiner Stellungnahme unter anderem:
„Wir wollen keine Flexibilität, sondern eine Änderung des (Hilfs-)Programms. Wir wollen unter anderen Konditionen diskutieren, ein Mitglied der EU bleiben. Jene, die Spielchen gegen die Einheit spielen, spielen gefährliche Spielchen. Wir wollen eine Krise bewältigen, die unter dem Einfluss dieses Programms gigantische Ausmaße angenommen hat. Ferner brachte er die Hoffnung zum Ausdruck, man könne bis zum 18.2. eine Einigung erzielen – also vor der Entscheidung der EZB.

Ich persönlich habe für die Linie des griechischen Finanzministers viel Verständnis und unterstütze sie. Aber wahrscheinlich wird auch die morgige EZB-Sitzung keine Lösung bringen, sondern den Druck auf Griechenland nur weiter erhöhen. Den finalen Showdown wird es wahrscheinlich erst direkt vor dem Auslaufen des ESFS-Programms geben: Am 28. Februar.

Spätestens am 6. März, wenn wieder griechische Staatsanleihen in Höhe von 1.137 Mio EUR fällig werden, heißt es dann: Zahltag!

Höchste Zeit für #GreekLivesMatter

Der folgende Beitrag wurde von NakedCapitalism übernommen.

Wenn man nicht Teil der Lösung ist, ist man Teil des Problems.

Die Bereitschaft der Troika, Griechenland in einen „gescheiterten Staat“ (failed state) zu verwandeln, erst als Nebeneffekt ihres Rettungsprogramms für französische und deutsche Banken und jetzt als Teil ihres Schutzprogramms für Deutschlands Hegemonie, kostet Menscheneben und wird längerfristig den Auftstieg rechtsextremer Kräfte in der Eurozone beschleunigen. Wie Igali jüngst schrieb:

„In welchem Universum ist es eine gute Sache, wenn über die Hälfte der jungen Menschen gesamter Länder keine Arbeit, keine Zukunftsperspektiven, keine Zukunft haben? Und wenn sie sich dagegen wehren, droht man ihnen mit noch Schlimmerem? Wie kann das die beste Lösung sein, die wir bieten können? Und wie viel schlimmer will man es noch werden lassen? Wenn eine Flut von Selbstmorden und Fehlgeburten, fallende Geburtenraten und sich prostituierende Ärzte noch nicht schlimm genug sind, was ist es dann?
 

Wenn Du aus Deutschland oder Finnland kommst und zur Bewahrung des eigenen Lebenstils die griechische Bevölkerung weiter verelenden müsste, was wäre Deine Reaktion? F##kt Euch, ihr Griechen? Weißt Du was, selbst wenn das so wäre: Dein Land ist einen Bund mit Griechenland (und Spanien, und Portugal etc.) eingegangen und das bedeutet eben nicht, dass man selber die süßen Früchte ernten und den anderen die schlechten hinschmeissen kann. Das würde diesen Bund sinnlos machen, sogar vergiften. Das verstehst Du, oder?

Griechenland ist immer noch ein tief in Korruption versunkenes Land. Brüssel weiss das, aber es hat weiterhin eine Regierung unterstützt, die die korrupten Eliten unterstützt. Brüssel hat versucht, den Wahlsieg von Syriza zu verhindern. Warum? Wie sehr mag Brüssel denn eigentlich korrupte Eliten? Die EU und ihre reicheren Mitgliedstaaten wollen noch mehr griechische Einsparungen angesichts der Selbstmorde, Fehlgeburten, fallenden Geburtenrate und sich prostituierende Ärzte. Wie realitätsfern ist das denn? Und nochmal: wie viel schlimmer muss es werden?

Hat die EU überhaupt irgendwelche moralischen Werte? Und wenn nicht, warum bist Du, wenn Du in der EU lebst, ein Teil dieser? Weil Du auch keine hast? Und wenn Du welche hast, wo ist Deine Stimme? Es gibt da leidende und sterbende Menschen, die Teil eines Staatenbundes sind dem auch Du angehörst. Das macht Dich zum Mitschuldigen. Davon kannst Du Dich nicht verstecken, nur weil die Medien in Deinem Land Dir die Wahrheit nicht berichteEs ist an der Zeit, zu handeln – hier und in Europa. Ich hoffe, Du schickst diesen Blogpost an Menschen, denen das Elend der Griechen nicht egal ist. Und an die griechischen Gemeinden selber. Hoffentlich wird es diese Menschen anspornen, mit Social Media- oder anderen öffentlichen Aktionen, Sichtbarkeit und Bewusstsein für den massiven Schaden, der im Namen der vollkommen fehlgeleiteten und zerstörerischen Austeritätspolitik angerichtet wird, zu erzeugen.“

Leser aus Nordamerika wissen: Die #BlackLivesMatter-Kampagne hat es geschafft, Menschen aller Ethnien gegen Polizeigewalt gegenüber Afroamerikanern auf die Straße zu bringen. Diese Protestaktion fand vor der Amerikanischen Botschaft in London statt.

 

UK - Candle Light Vigil for Michael Brown at US Embassy in London

Demonstration: Black Lives Matter

Dieser zivilgesellschaftliche Einsatz hat die New Yorker Polizeibehörde, eben eine der der Polizeigewalt angeklagten Behörden, dazu verleitet, Antiterror-Einheiten gegen friedliche Demonstranten einzusetzen. Das hat wiederum mehr Protest von Bürgerrechtsgruppen hervorgerufen. Eine der erfolgreichsten Widerstandsformen, um öffentliches Bewusstsein zu schaffen, ist das Aufführen sogenannter „die ins“.
die-in

„Die In“ in New York

Grand Central war der Schauplatz von vielen #BlackLivesMatter-Protesten.
Die Idee ist nun, diese Proteste zur Zentralbank selbst zu tragen, zur EZB in Frankfurt, zur Zentralbank der Eurozone und zum Direktorium und zur New York Fed. Die Zentralbanker haben es geschafft, sich der öffentlichen Kontrolle und Verantwortung zu entziehen. Es wird Zeit, dass sie merken, dass die Öffentlichkeit realisiert hat, dass ihre bankenunterstützende Politik nicht nur Volkswirtschaften und die Zukunft der jungen Generation zerstört, sondern Tote kostet. Das British Medical Journal führt den 35- prozentigen Anstieg der Selbstmorde in Griechenland auf die Austeritätspolitik zurück. Und das noch bevor man die schwieriger berechenbaren Auswirkungen der Austeritätspolitik auf das Gesundsheitssystem einbezieht, wo bereits viele Verschreibungen jenseits der Budgetgrenzen der Krankenhäuser liegen.

Auszüge von einem Bericht bei OpenDemocrazy:

„Ich schloss mich Krankenpflegern und der Greece Solidarity Campaign an, um staatliche und private Krankenhäuser sowie Lebensmittelmärkte zu besuchen. Ich sprach mit Krankenhausangestellten, Freiwilligen, Politikern und Kommunalverwaltungen. Was ich sah, war entsetzlich – und brachte mich zum Weinen. Im Evangelismos Hospital, dem größten Krankenhaus Griechenlands in Athen, waren die Zustände schlimmer, als ich es in Entwicklungsländern gesehen habe.

In dem Moment, wenn sich die Krankenhaustüren an einem „Notfall“-Tag öffnen, strömen die Leute regelrecht hinein. Durch den Zusammenbruch der öffentlichen staatlichen und kommunalen Gesundheitsversorgung wendet sich jeder, der medizinische Hilfe benötigt, nun an A+E – gleichgültig, ob es um einen schweren Unfall, die Medikation chronischer Krankheiten oder die Impfung eines Kindes geht. Mitarbeiter erzählten mir, dass aufgrund der personellen Unterbesetzung Traumapatienten oft stundenlang auf Röntgenuntersuchungen und Behandlungen warten müssen. Werden zu viele Notfallpatienten zur selben Zeit eingeliefert, kann es vorkommen, dass Menschen sterben, noch bevor sie behandelt werden können.

Überall in Griechenland wurden sozialsolidarische Kliniken eingerichten, die mit Freiwilligen besetzt sind, die medizinische Basisleistungen für Menschen anbieten, welche sonst keinen Zugang zur Gesundheitsversorgung haben. Ärzte, Schwestern und Apotheker melden sich zum freiwilligen Dienst in diesen Einrichtungen, aber es sind nicht annäherungsweise genug, um den Bedarf zu decken.

Ich besuchte die sozialsolidarische Klinik in Peristeri, einem Vorort Athens mit ca. 400.000 Einwohnern. Die freiwilligen Ärzte und Krankenschwestern, die in dieser Einrichtung arbeiten, berichteten mir, dass die meisten staatlichen medizinischen Einrichtungen in der Umgebung geschlossen wurden. Die Regierung hatte zunächst sämtliche Polikliniken geschlossen, dann einige wieder geöffnet – allerdings nur mit 30% der Ärzte, die für einen regulären Betrieb nötig wären. Früher gab es in diesem Stadtbezirk 150 Ärzte, nun sind es nur noch 50.

Eine Poliklinik, die für 400.000 Menschen zuständig ist, hat weder einen Gynäkologen, noch einen Hautarzt – und nur zwei Kardiologen. „Wir wollen unsere Ärzte zurück“, sagte einer der Freiwilligen, mit denen ich sprach. Tausende Ärzte haben das Land verlassen. Die verbliebenen Ärzte – inklusive der leitenden Ärzte in den Kliniken – verdienen etwa 12.000€ pro Jahr.

Freiwillige Helfer berichten ferner, dass Patienten mit langfristig behandlungsbedürftigen Erkrankungen wie z.B. Diabetes oder Krebs besondere Schwierigkeiten hätten, die benötigten Behandlungen zu erhalten. Nicht krankenversicherte Krebspatienten können sich die Chemotherapie nicht leisten. Solidarorganisationen bitten Chemotherapie-Patienten darum, den Gegenwert für einen Behandlungstag an jene zu spenden, die dafür nicht selbst aufkommen können.

Die griechische Regierung verabschiedete im Januar ein Gesetz, welches es erlaubt, den Besitz von Schuldnern zu beschlagnahmen. Manche Menschen lehnen daher weitere Behandlungen ab, um zu vermeiden, sich wegen der Behandlungskosten in Schulden zu stürzen, wodurch ihre Familie ihr Heim verlieren könnte.

Für die Geburt eines Kindes werden Müttern in Griechenland mittlerweile 600€ in Rechnung gestellt, bei einem Kaiserschnitt oder bei Komplikationen sind es 1200€. Für Einwohner ohne griechische Staatsbürgerschaft sind die Kosten sogar doppelt so hoch. Fällig wird der Rechnungsbetrag beim Verlassen des Krankenhauses – als die Geburtsgebühren eingeführt wurden, wurden die Kinder von Müttern, die die Rechnungen nicht bezahlen konnten, bis zur Begleichung der Schulden einbehalten. Internationale Proteste führten dazu, dass diese Praxis eingestellt wurde – nun wird der fällige Betrag über zusätzliche Steuern eingezogen. Aber wenn die Familie diesen Betrag nicht aufbringen kann, kann ihr Haus oder ihr Besitz gepfändet werden. Kann sie den Betrag dann immer noch nicht aufbringen, ist sogar eine Inhaftierung möglich. Eine steigende Anzahl neugeborener Kinder werden in Krankenhäusern zurückgelassen. Eine Hebamme, die ich interviewte, sprach in diesem Zusammenhang von der „Kriminalisierung der Geburt“.

Verhütungsmittel sind für viele Menschen nicht bezahlbar, die Krankenversicherungen übernehmen die Kosten dafür auch nicht. Es gibt mehr als 300.000 Abtreibungen pro Jahr und zum ersten Mal übersteigt die Anzahl der Sterbefälle die Zahl der Neugeburten. Menschen können es sich nicht mehr leisten, Babies zu bekommen – es ist schwierig genug, die bereits existierenden Kinder zu ernähren und zu versorgen.“

Bitte leiten Sie diesen Bericht weiter. Twittern Sie ihn unter Angabe des Hashtags #GreekLivesMatter.

[…]

– Ende des Beitrags von Naked Capitalism –

 

Meine Anmerkung (Nico Kern):
Ich finde die vorgeschlagene Idee sehr symphatisch, die Politik der EZB unter dem Hashtag #GreekLivesMatter zu kritisieren. Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass wir vor der EZB eine Kundgebung veranstalten und die Zentralbanker mit dem Phänomen des „die in“ vertraut machen. Was meint Ihr? Schreibt Eure Meinung bitte in die Kommentare.
Die nächsten entscheidenden Ereignisse auf griechischer und europäischer Ebene:
Donnerstag, 05. Februar:  Treffen der Arbeitsgruppe der Eurogruppe
Donnerstag, 05. Februar: Sitzung des Griechischen Parlaments, Wahl des Parlamentspräsidenten
Samstag, 07.-09. Februar: Griechische Regierung legt Regierungsprogramm vor, Vertrauenvotum um Mitternacht
Mittwoch, 11. Februar: Versteigerung kurzfristiger griechischer Schatzbriefe im Volumen von 1,4 Mrd. Euro
Mittwoch, 11. Februar: eventuell außerordentliches Treffen der Eurogruppe  
Donnerstag, 12. Februar: Informelles Treffen der Staats- und Regierungschefs der EU; mögliches Treffen zwischen Tsipras und Merkel am Rande des Treffens
Freitag, 13. Februar: Wahl des griechischen Staatspräsidenten beginnt; EU-Kommissar Avramopoulos (Nea Democratia) aussichtsreichster Kandidat; beim zweiten Wahlgang reichen 151 Stimmen    
Montag, 16. Februar: Eurogruppentreffen, Hauptthema: Griechenland. Bedingungen für Programmverlängerung liegen zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich schon vor.   
Mittwoch, 18. Februar:  Überprüfung der Notfall-Liquiditätshilfen (emergency liquidity assistance, ELA) der griechischen Notenbank durch die EZB
Samstag, 28. Februar:  Deadline: Aktuelles EFSF-Programm für Griechenland läuft aus